Agility Anfänge und Training
 

Chicca hat mir schon am ersten Tag gewuffelt hat, wie toll es ist, im Parcour herumzurasen. Da habe ich beschlossen, ich will das auch können! Nachdem Chicca so gut war, dass sie einige Jahre in der höchsten Klasse gestartet ist und sogar Schweizer Vereinsmeisterin geworden ist, wusste ich wer mein Vorbild werden sollte. Ich durfte schon mit 4 Monaten mit auf Turniere und zum Training von Chicca. Dort habe ich immer ganz genau hingesehen, so nach dem Motto "learning by looking"!

Ich selbst habe mit 6 Monaten zum ersten Mal auf die Kontaktzonen und in Tunnel dürfen. Dabei hat mir meine Chefin immer vorher ein paar Mal den Namen des Hindernisses gesagt und mich gehalten, bis ich es nicht mehr ausgehalten habe und losgerast bin. Mit ca. 8 Monaten durfte ich zum ersten Mal über ganz tiefe Sprünge jumpen. Diese wurden erst mit 15 Monaten höher gestellt. Zur gleichen Zeit kam auch der Slalom dran. Zuerst wurde nur eine Gasse gestellt und ich durfte in gerader Linie durchrasen. Die Gasse wurde dann immer enger, bis ich mich richtig durchschlängeln musste. Als dies ganz gut ging, kam der normale Slalom dran.

Mit 16 Monaten durfte ich zum erstenmal bei einem Turnier laufen. Das ging eigentlich ganz gut, bis auf die Kontaktzone beim Laufsteg und den Slalomeingang hatte ich bei der Aufregung auch nicht gleich beim ersten Mal.

An den nächsten Turnieren fand ich, dass ich alles schon ganz toll kann und die Hindernisse alleine aussuchen kann. Das hat jedes Mal im Chaos geendet und Chicca hat mich ganz schön bei den Ohren genommen und mir die Meinung gesagt. Meine Chefin hat zu diesem Zeitpunkt gemeint, ich sei ein Hexenbesen, ... und so heisse ich seither.

Mit zwei Jahren habe ich dann beschlossen, dass es wohl doch besser ist, auf meine Chefin zu hören. Seither durfte ich dann ein paarmal auf dem Podest stehen und habe schöne Pokale bekommen. Das Tollste war in Amsterdam bei der Welthunde Ausstellung, da wurde ich mit 2 O-Fehlerläufen Champion der Klasse Medium 1.

Und hier noch ein paar Tipps und Tricks für Eure Meister zum Tibeter-Agility-Training:

Vorbereiten der Junghunde

  •  Von Anfang an viel Spielen: auf Distanz mit Sachen werfen, bringen lassen, direkt am Körper. Das Spiel interessant und lustvoll machen!! (siehe Buch von Ekkard Lind – Richtig spielen mit dem Hund)

  • Ab 4-5 Monaten beim Spazierengehen auf kleine Baumstümpfe springen und über Baumstämme laufen lassen, auf alle Fälle auf Kommando (wichtig!). Auf Kommando wegschicken und rufen. Und viel, viel Loben mit heller Stimme, richtig ausflippen!

  • Ab 6 Monaten durch den Tunnel schicken, langsam anfangen mit Kontaktzonen, indem man z. B. auch ein Brett auf den Boden legt und den Junghund darüber laufen lässt. Im Alter von 6 – 8 Monate ist die Neugierde und der Entdeckungsdrang grösser, als z.B. die Furcht vor Wand und Laufsteg.

  • Ab 8 Monate springen lassen über maximal 5 – 10 cm hohe Hürden oder Stangen.

  • Slalom erst mit 9 – 10 Monaten anfangen.

 Das Wichtigste ist Loben, laute Freude zeigen und nur 10 Minuten üben, dann spielen. Insgesamt maximal 30 – 40 Minuten lernen!
 

Vorbereiten von erwachsenen Hunden

  •  Das Gerät interessant machen, indem mal sich selbst damit beschäftigt, das Gerät lobt und streichelt und den Hund nicht beachtet. Mit ziemlicher Sicherheit wird der Hund darauf reagieren und schauen, was der Meister macht und mitmachen wollen.

  • Ist ein Hund, der Agility kann, zur Verfügung, dann man mit diesem Hund arbeiten und den anderen zuschauen lassen. Will er mitmachen, dann nicht gleich zustimmen, sondern ihn noch eine Weile hinhalten. Dann geht man zum Hund und fragt ihn mit einer „aufgeregten“ Stimme, ob er auch mitmachen will. Die Stimme muss hell und motivierend klingen, damit der Hund reagiert. Dann kann man versuchen, ob er hinter dem Agility-Hund hinterher rennt. Es macht nichts aus, wenn er die Geräte nicht macht. Er soll am Anfang nur Freude an der Bewegung bekommen.

  • Man kann auch das Spielzeug, das der Hund gern hat, über einen Sprung werfen. Oder den Tunnel kurz und gerade machen. Einer hält den Hund am Anfang. Der Meister geht mit dem Spielzeug oder einem Würstchen an das andere Ende und ruft ihn.

  • Das Ganze muss lustvoll für den Hund sein und immer ein Spiel, nie ein Muss!!!

Mit was demotiviert man einen Tibeter

  • Mit einer lauten, tiefen, harten Stimme (die gibt es nur, bei absoluter Gefahr)

  • Mit Druck, auch eigenem Leistungsdruck

  • Immer das Gleiche trainieren

  • Zu langes Trainieren (auch für erwachsene Hunde max. 1 Std. pro Einheit, max. 2-3 Tage in der Woche!!!!!

Hat ein Tibeter etwas im Parcour falsch gemacht und man korrigiert ihn, so wird er vorsichtshalber gar nichts mehr machen! Dies kenne ich von etwa 4 Agility-Tibeter in der Schweiz.

Wichtig

Spiel, Spass und Bewegung zusammen mit dem Meister ist das Grösste für einen Tibeter. Wenn dann der Meister den Hund als Lob noch richtig fest knuddelt und jubelt, dann ist das für den Tibeter Ansporn, so weiter zu machen.

 

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